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Predigten 1915

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1915 zeigen sich bei Barth erste deutliche Spuren der Abkehr von den liberalen Anfängen und der Hinwendung zu jener Theologie, die dann in den beiden Auslegungen des Römerbriefs allmählich ihre Gestalt gewinnt.
Die nahezu allsonntägliche Predigt des Safenwiler Pfarrers ist Schauplatz einer Theologie im Werden. Die sorgfältig ausgearbeiteten Niederschriften der Predigten sind das unmittelbarste und ausführlichste Zeugnis der Entwicklung ihres Autors. Die beiden bisher in der Gesamtausgabe erschienenen Predigt-Jahrgänge 1913 und 1914 dokumentieren noch mehr oder weniger ungebrochen den «Schulsack»: die begierig, wenn auch eigenständig übernommene Theologie, die Barth bei seinem Marburger Lehrer Wilhelm Herrmann gelernt hatte. Dazu kam vom Sommer 1914 an sein Ringen um eine angemessene Interpretation des Weltkriegs. Mit dem Jahr 1915 brechen sich, noch sporadisch und zögernd, neue Einsichten Bahn. Eine handfeste Bezogenheit auf den Alltag des Dorfs ist unvermindert spürbar, die Herausforderung durch den Krieg bleibt weiterhin auf der Tagesordnung, tritt aber deutlich zurück. Die Auslegung des biblischen Texts ist noch nicht Barths zentrales homiletisches Anliegen. Aber in manchen Zügen, so etwa in der jetzt öfters verwendeten Rede vom «lebendigen Gott» (Hermann Kutter) ist die Suche nach einer fundamental neuen Orientierung spürbar. So sind die Predigten dieses Jahres neben ihrer erfrischenden Lebens- und Gemeindenähe mit gelegentlich sehr temperamentvoll-kritischen Ausbrüchen ein theologiegeschichtliches Dokument von Rang.
Nur eine einzige von allen Predigten dieses Jahrgangs wurde bisher gedruckt; ihre vollständige Veröffentlichung schließt eine Lücke.

Karl Barth-Gesamtausgabe, Band 27
, XVI/563 Seiten, Leinen mit SU
ISBN 978-3-290-10999-8
70,00 €

Karl Barth (1886–1968) studierte Theologie in Bern, Berlin, Tübingen, Marburg und war von 1909 bis 1921 Pfarrer in Genf und Safenwil. Mit seiner Auslegung des Römerbriefes (1919, 1922) begann eine neue Epoche der evangelischen Theologie. Dieses radikale Buch trug ihm einen Ruf als Honorarprofessor nach Göttingen ein, später wurde er Ordinarius in Münster und Bonn. Er war Mitherausgeber von «Zwischen den Zeiten» (1923–1933), der Zeitschrift der Dialektischen Theologie. Karl Barth war der Mitautor der «Barmer Theologischen Erklärung» und ein führender Kopf des Widerstands gegen die «Gleichschaltung» der Kirchen durch den Nationalsozialismus. 1935 wurde Barth von der Bonner Uni­versität wegen Verweigerung des bedingungslosen Führereids entlassen. Er bekam sofort eine Professur in Basel, blieb aber mit der Bekennenden Kirche in enger Verbindung. Sein Hauptwerk, «Die Kirchliche Dogmatik», ist die bedeutendste syste­matisch-theologische Leistung des 20. Jahrhunderts.

Karl Barth-Gesamtausgabe

Seit 1971 sind im Theologischen Verlag Zürich mehr als 50 Bände der Karl Barth-Gesamtausgabe erschienen. In ihr werden Barths Texte kritisch ediert und so präsentiert, dass sie für die wissenschaftliche Beschäftigung, aber auch für einen grösseren Interessentenkreis lesbar und zugänglich werden. Jeder Band wird von einem oder mehreren spezialisierten Herausgeber(n) bearbeitet und erscheint in Zusammenarbeit mit der Leitung des Karl Barth-Archivs.
Angelegt ist die Gesamtausgabe auf ca. 70 Bände. Nicht aufgenommen wird die «Kirchliche Dogmatik» und – ausser den bereits edierten Texten – die gut greifbar vorliegenden monographischen Arbeiten Barths. Die Gesamtausgabe gliedert sich in sechs Abteilungen: I. Predigten, II. Akademische Werke, III. Vorträge und kleinere Arbeiten, IV. Gespräche, V. Briefe, VI. Aus Karl Barths Leben.
Jedem Text bzw. jedem Band sind Einleitungen vorangestellt, in denen der Anlass und die Entstehung des Textes, der historische oder biografische Hintergrund und, soweit ermittelbar, die unmittelbare Wirkungsgeschichte erläutert werden. Textgrundlage ist in der Regel der letzte von Barth autorisierte Druck.

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